Und plötzlich ist alles anders...

Sportlicher Ehrgeiz, Gedanken um Gewinn oder Niederlage – alles tritt in den Hintergrund, wird unwirklich, nebensächlich und einfach so unendlich unwichtig. Stille! Unerträgliche Stille, sodass man eine Stecknadel hätte fallen hören können, hat unsere erste Trainingseinheit nach der erschütternden Nachricht vom viel zu frühen Tod unserer Spielerin, Mannschaftskollegin und Freundin Charli geprägt. Kein Gekicher, keine lustigen Sprüche, sondern nur unendliche Traurigkeit. Die Mannschaft befindet sich in einer absoluten Ausnahmesituation. Zuerst einmal möchten wir uns bei allen bedanken, die uns ihr Mitgefühl ausgesprochen haben; besonders bei unseren gegnerischen Mannschaften, den RPS-Schiedsrichtern und der Klassenleiterin Frau Christiane Koeppel. Es ist sehr berührend zu sehen wie nah wir in dieser Situation zusammenrücken, wie wir jegliche Streitigkeiten und jeglichen Kampf auf dem Spielfeld hintenanstellen und als Handballer zu einer großen Familie werden. Eure Reaktion, euer Zuspruch sowie das Mitgefühl, das ihr uns entgegenbringt, ist uns eine große Hilfe. Danke dafür! Aber genauso wichtig ist es für die Mannschaft jetzt zusammenzustehen, zusammenzuhalten. Für das Team hat alles andere als der Alltag begonnen. Jeder Einzelne ist sehr betroffen. Dennoch musste eine Entscheidung bezüglich des Sportbetriebes getroffen werden. Wie fahren wir fort? Trainieren wir diese Woche? Spielen wir am Sonntag oder nicht? Eine Entscheidung, die keiner in einer solchen Situation treffen will. Es wird mehr als schwer für die Mädels, Trainer, Fans und alle hinter dem Team, das erste Spiel ohne unsere Charli zu bestreiten. Ihre stets positive, aufmunternde, fröhliche Art wird dabei einfach fehlen. Ihr strahlendes Lachen und ihre Unterstützung während des Spiels ebenso. Sie war so ein toller Mensch, ein absoluter Teamplayer und eine wichtige Säule unserer Mannschaft. Letztendlich fiel die Entscheidung zu spielen, weil wir einfach keine Ausweichtermine mehr finden. Da Charli niemals gewollt hätte, dass wir aufgeben und dieses Spiel schenken, werden wir spielen - für unsere Kämpferin, unseren Engel, unsere Heldin. „Das Spiel am Sonntag wird auch sicherlich alles andere als Alltag. Es wird ein Spiel zu Ehren von Charli. Wir werden an sie denken und sie wird bei uns sein. Wir stehen als Team zusammen und stellen uns der schwierigen Situation mit ihr in unserer Mitte und in unseren Herzen!“, so die Mannschaft. Es wird sicherlich kein Gedenkspiel für Charli werden. Dazu möchten wir den Angehörigen, den Freunden und der Mannschaft noch Ruhe und Zeit lassen. Wir brauchen in dieser schwierigen Zeit Kraft und Zusammenhalt. Ein Spiel ganz zu Ehren von Charli wird es aber geben. In Liebe, die ganze HSV-Familie